VLOG #06 Die Kleinunternehmerregelung

Die Kleinunternehmerregelung

Heute habe ich für Euch ein immer wieder spannendes Thema, was immer wieder Fragen aufwirft, und zwar die sogenannte Kleinunternehmerregelung. Was ist überhaupt die Kleinunternehmerregelung, wer ist Kleinunternehmer und was hat diese Regelung für Vorteile? Ich möchte Euch das heute ganz grob mal darstellen. Gerade für Existenzgründer ist diese Regelung extrem wichtig, weil Sie nämlich das erste Mal im „Fragebogen zur steuerlichen Erfassung“ auftaucht und die Leute, die sich damit nicht auskennen, einfach da irgendwo ein Kreuz machen…kann ja nix passieren…doch das ganze Gegenteil ist der Fall. Die KU-Regelung betrifft nämlich ausschließlich die Umsatzsteuer. Diese Regelung ist im § 19 USTG aufgeführt und ist eigentlich eine relativ einfache Regelung, aber sehr kompliziert geschrieben. In diesem Paragraphen gibt es 2 Zahlen. Ein mal 17.500 € und ein mal 50.000 €. Die 50.000 € lasst Ihr bitte weg, das verkompliziert die Sache unnötig, denn das ist nur eine Schätz-Zahl. Für heute betrachten wir nur die 17.500 €, denn das ist die entscheidende Zahl.
Der KU wird automatisch wie ein Nichtunternehmer gesehen, wenn seine Umsätze im Vorjahr 17.500 € nicht überschritten haben.

 

Beispiele:
Der Steuerpflichtige X hat im Vorjahr 15.000€ Umsatz generiert, d.h. er ist auch in diesem Jahr Kleinunternehmer. Steuerpflichtiger Y hat im Vorjahr 20.000€ Umsatz generiert, d.h. er ist ab diesem Jahr umsatzsteuerpflichtig und muss in seinen Rechnungen Umsatzsteuer ausweisen.
Existenzgründer Z hat ja noch keine Umsätze im Vorjahr gehabt, also ist er dieses Jahr Kleinunternehmer. D.h. wenn ihr neu gründet, könnt Ihr immer die KU-Regelung anwenden.

 

Doch was ist nun der Vorteil:
Ihr müsst keine Umsatzsteuer in euren Rechnungen ausweisen und somit keine Umsatzsteuervoranmeldungen abgeben. Durch diese lediglich Netto-Rechnung könnt Ihr Eure Produkte günstiger am Markt anbieten

 

Doch was ist der große Nachteil:
Ihr habt keinen Vorsteuerabzug auf Käufe oder Dienstleistungen für euer Unternehmen. Und das kann grade bei Existenzgründern, die manchmal hohe Anschaffungskosten für Ihren Betrieb haben, ein großer Nachteil sein. Und genau deshalb gibt es im § 19 abs. 2 USTG die Option zur „normalen Umsatzbesteuerung“, auch wenn Ihr weniger als 17.500 € Umsatz habt oder Existenzgründer seid, damit Ihr die Vorsteuer ziehen könnt. Da ist keine bestimmte Form vorgeschrieben, Ihr weist einfach zu Beginn des aktuellen oder nächsten eure Rechnungen einfach mit Umsatzsteuer aus. Hier müsste Ihr aber wissen, dass bei dieser freiwilligen umsatzsteuerzahlung Ihr nun 5 Jahre an diese Form der Umsatzsteuer gebunden seid, egal wie hoch Eure Umsätze in Zukunft sind. Also einfach mal beliebig hin-und herwechseln ist nicht möglich. Man kann hier noch viel mehr in die Tiefe gehen, da es hier noch einige Ausnahmen gibt, aber das würde den heutigen Rahmen sprengen. Diese Dinge beantworte ich Euch wie immer sehr gern in einem persönlichen Gespräch.
Ich hoffe, Ihr habt wieder was gelernt. Ich freue mich aufs nächste Mal. Machts gut, Euer Micha.