VLOG #07 Erklärung der Lohnsteuerklassen

Heute habe ich ein Thema für Euch, was jeden etwas angeht, aber alle irgendwie nur so halb immer wissen, und zwar die Lohnsteuerklassen und zwar aus Sicht des Arbeitnehmers.
Da gibt es ja die Klassen 1-6. Was ist da der Unterschied und wann kommen diese Klassen zum Tragen? Ich möchte Euch das Thema heute, in groben Zügen, versuchen verständlich rüberzubringen.
Wichtig ist, dass Ihr vorher folgendes wisst:
Es ist bei den Lohnsteuerklassen keinesfalls so, dass bei jeder Lohnsteuerklasse mit einem unterschiedlichen Steuersatz gerechnet wird. Nein, das Zauberwort heißt hier „Freibeträge“. Das ist ganz wichtig, zu wissen. Und wir konzentrieren uns heute nur auf den „Grundfreibetrag“, der ja, wie Ihr wisst  9000 € p.a. beträgt. Die anderen Freibeträge einzubringen, wäre zu komliziert und würde den Rahmen sprengen.
Nun kommen wir mal zu den Steuerklassen:
Steuerklasse 1 gilt für ledige und geschiedene Arbeitnehmer. Dort wird die monatliche Lohnsteuer ganz „normal“ berechnet mit einem GFB.
Steuerklasse 2 gilt für die unter Steuerklasse 1 genannten Arbeitnehmer, wenn ihnen der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende zusteht. Hier wird zusätzlich zum GFB der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende i.H.v. 1.908 € monatlich auf die Steuer angerechnet, d.h. eine geringere Steuerlast als bei Steuerklasse 1.
Steuerklasse 6 gilt bei Arbeitnehmern, die nebeneinander von mehreren Arbeitgebern Arbeitslohn beziehen, für die Einbehaltung der Lohnsteuer vom Arbeitslohn aus dem zweiten und weiteren Dienstverhältnis. Dies gilt aber nicht für einen Mini-Job. Hier wird kein GFB angerechnet, deshalb höhere Steuerlast.
Nun kommen wir zu den Ehegatten:
Ihr müsst zunächst wissen, dass Ehegatten letztendlich grundsätzlich gemeinsam besteuert werden, was meist erheblich günstiger ist, als getrennt. (Zusammenveranlagung). Aber das gilt nicht für den unterjährigen Arbeitslohn.
Steuerklasse 3,4,5. Diese kann man sich dann sozusagen in Kombinationen raussuchen.
Möglichkeit 1:
Die Steuerklassenkombination 4/4:
Das ist der gesetzliche Regelfall, wo jeder Ehegatte unterjährig seinen Arbeitslohn „normal“ versteuert. Also jeder Ehegatte hat hier seinen GFB.Hier besteht auch keine Pflicht zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung. Man sollte dies aber tun, da man oft eine nicht unerhebliche Steuererstattung erwarten kann durch die Zusammenveranlagung.


Die Steuerklassenkombination 3/5:
Diese hat stattdessen den Vorteil, dass derjenige, der in Steuerklasse 3 eingeordnet ist, unterjährig einen geringeren Lohnsteuerabzug durch Anrechnung des GFB des Ehegatten hat, d.h. derjenige hat mehr Netto vom Brutto. Aber nur unterjährig. Aus diesem Grund besteht bei der Steuerklassenkombination 3/5 die Pflicht zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung, wo dann unter Umständen eine hohe Steuernachzahlung zu erwarten ist, da dort einfach ausgedrückt wieder gleichgestellt wird mit der Steuerklassenkombination 4/4. Und das muss man wissen, sonst erlebt man eine böse Überraschung.
Ganz wichtig ist dieses Thema 3/5 bei einer zukünftig zu erwartenden Elterngeldzahlung. Da sollte derjenige, der in Elternzeit gehen, so schnell wie möglich in Steuerklasse 3 wechseln, um mehr Elterngeld zu bekommen.
Ich hoffe, es hat euch gefallen und ich konnte Euch etwas schlauer machen. Falls Ihr fragen habt, könnt Ihr diese gern stellen. Ich freue mich aufs nächste Mal. bis bald. Euer Micha.