VLOG #02 Das häusliche Arbeitszimmer

Herzlich willkommen zu einem weiteren Video meines Blogs „Steuerliche Themen leicht und verständlich erklärt. Heute habe ich Euch wieder ein tolles Thema ausgesucht, was uns die vergangenen Jahre und die folgenden Jahre immer wieder beschäftigen wird, und zwar das häusliche Arbeitszimmer. Folgend möchte ich Euch die aktuelle gesetzliche Regelung wieder mit ein paar kleinen Beispielen verständlich rüberbringen. Und zwar heute mal aus der Sicht eines Angestellten. Folgendes Szenario: Ein angestellter EDV-Leiter hat seinen Arbeitsplatz und Büro in einer mittelgroßen Firma. Zusätzlich hat er in seiner größeren Mietwohnung im Dachgeschoss sich ein Arbeitszimmer eingerichtet, in welchem er am Wochenende seine Bereitschaftsdienste ausführt (im Notfall sich auf den Server im Betrieb schalten etc.) und Nacharbeiten ausführt. Raum wird nur beruflich genutzt. In diesem Raum stehen EDV-Zubehör, Schreibtisch, Bürostuhl. Natürlich hat er für diesen Raum auch anteilige Kosten für die Miete, Heizung und Strom. Der EDV-Leiter möchte natürlich alle Kosten komplett als Werbungskosten geltend machen, da er ja das Zimmer und die Einrichtung ausschließlich beruflich nutzt. Das sollte doch auch logisch sein. Aber Stopp, das deutsche Steuerrecht ist teilweise gar nicht so logisch, auch nicht in diesem Fall. - Man muss das grundsätzlich erstmal ein bisschen trennen. EDV, Tisch, Stuhl komplett abziehbar, da Arbeitsmittel - Anteilige Aufwendungen für das Zimmer selbst grundsätzlich überhaupt nicht abzugsfähig - Zwei Ausnahmen § 4 Abs. 5 Nr. 6b ESTG: 1. Ausnahme: - abzugsfähig sind die Kosten für das Arbeitszimmer, wenn Ihr häusliches Arbeitszimmer den Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit bildet (z.B. Homeoffice), unbeschränkt abziehbar Keine chance für unseren EDV-Leiter - 2. Ausnahme - wenn Ihr häusliches Arbeitszimmer nicht den Mittelpunkt Ihrer beruflichen Tätigkeit bildet, aber Ihnen in Ihrer Firma kein anderer Arbeitsplatz (als dieser daheim) zur Verfügung steht (z.B. Lehrer haben immer keinen anderen Arbeitsplatz) Bis zu 1.250 € im Jahr sind abzugsfähig Wieder keine Chance für unseren EDV-Leiter Jetzt kommt aber ein diesem Fall eine weitere Mini-Ausnahme, die jetzt auch von der OFD Niedersachsen bestätigt wurde. Und zwar ist das genau der Fall unseres EDV-Leiters. Diesem steht an den Wochenendenden der Bereitschaftsdienste eben kein anderer Arbeitsplatz außer der in der eigenen wohnung zur Verfügung, da dies außerhalb seiner regelmäßigen Arbeitszeiten ist. Was ist die Schlussfolgerung? Die aufwendungen für anteilige Miete, Strom, Heizung sind bis zu 1.250 € p.a. abziehbar. Eine Kürzung findet nicht statt, auch wenn er das Zimmer zeitweise nicht nutzt Hier sieht man wieder, wie wichtig es ist, auch kleine Ausnahmen und Regelungen des deutschen Steuerrechts zu kennen um das bestmögliche für sich rauszuholen. Als Abschluss möchte ich Euch noch was wichtiges sagen, dass das Arbeitszimmer natürlich AUSCHLIEßLICH für die berufliche tätigkeit verwendet werden muss. Wenn da natürlich noch Couch und fernseher drinstehen, dann ist das nicht mehr ausschlißelich. Und was heißt das? Überhaupt kein Abzug der aufwendungen. Alles verloren dadurch. Natürlich gibt es auch hier wichtige Hinweise und Kniffe, die man da als Steuerberater geben kann. Und Ihr wisste, ja Ihr könnt mir jederzeit Eure Fragen stellen, per Telefon, Mail, Whattsap usw. Ich hoffe ich konnte Euch in das Thema nen kleinen Einblick geben, ich wünsche Euch eine schöne Zeit. Machts gut, bis zum nächsten Mal, ich freue mich auf Euch, Eurer Micha