VLOG #07 Erklärung der Lohnsteuerklassen

Heute habe ich ein Thema für Euch, was jeden etwas angeht, aber alle irgendwie nur so halb immer wissen, und zwar die Lohnsteuerklassen und zwar aus Sicht des Arbeitnehmers.
Da gibt es ja die Klassen 1-6. Was ist da der Unterschied und wann kommen diese Klassen zum Tragen? Ich möchte Euch das Thema heute, in groben Zügen, versuchen verständlich rüberzubringen.
Wichtig ist, dass Ihr vorher folgendes wisst:
Es ist bei den Lohnsteuerklassen keinesfalls so, dass bei jeder Lohnsteuerklasse mit einem unterschiedlichen Steuersatz gerechnet wird. Nein, das Zauberwort heißt hier „Freibeträge“. Das ist ganz wichtig, zu wissen. Und wir konzentrieren uns heute nur auf den „Grundfreibetrag“, der ja, wie Ihr wisst  9000 € p.a. beträgt. Die anderen Freibeträge einzubringen, wäre zu komliziert und würde den Rahmen sprengen.
Nun kommen wir mal zu den Steuerklassen:
Steuerklasse 1 gilt für ledige und geschiedene Arbeitnehmer. Dort wird die monatliche Lohnsteuer ganz „normal“ berechnet mit einem GFB.
Steuerklasse 2 gilt für die unter Steuerklasse 1 genannten Arbeitnehmer, wenn ihnen der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende zusteht. Hier wird zusätzlich zum GFB der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende i.H.v. 1.908 € monatlich auf die Steuer angerechnet, d.h. eine geringere Steuerlast als bei Steuerklasse 1.
Steuerklasse 6 gilt bei Arbeitnehmern, die nebeneinander von mehreren Arbeitgebern Arbeitslohn beziehen, für die Einbehaltung der Lohnsteuer vom Arbeitslohn aus dem zweiten und weiteren Dienstverhältnis. Dies gilt aber nicht für einen Mini-Job. Hier wird kein GFB angerechnet, deshalb höhere Steuerlast.
Nun kommen wir zu den Ehegatten:
Ihr müsst zunächst wissen, dass Ehegatten letztendlich grundsätzlich gemeinsam besteuert werden, was meist erheblich günstiger ist, als getrennt. (Zusammenveranlagung). Aber das gilt nicht für den unterjährigen Arbeitslohn.
Steuerklasse 3,4,5. Diese kann man sich dann sozusagen in Kombinationen raussuchen.
Möglichkeit 1:
Die Steuerklassenkombination 4/4:
Das ist der gesetzliche Regelfall, wo jeder Ehegatte unterjährig seinen Arbeitslohn „normal“ versteuert. Also jeder Ehegatte hat hier seinen GFB.Hier besteht auch keine Pflicht zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung. Man sollte dies aber tun, da man oft eine nicht unerhebliche Steuererstattung erwarten kann durch die Zusammenveranlagung.


Die Steuerklassenkombination 3/5:
Diese hat stattdessen den Vorteil, dass derjenige, der in Steuerklasse 3 eingeordnet ist, unterjährig einen geringeren Lohnsteuerabzug durch Anrechnung des GFB des Ehegatten hat, d.h. derjenige hat mehr Netto vom Brutto. Aber nur unterjährig. Aus diesem Grund besteht bei der Steuerklassenkombination 3/5 die Pflicht zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung, wo dann unter Umständen eine hohe Steuernachzahlung zu erwarten ist, da dort einfach ausgedrückt wieder gleichgestellt wird mit der Steuerklassenkombination 4/4. Und das muss man wissen, sonst erlebt man eine böse Überraschung.
Ganz wichtig ist dieses Thema 3/5 bei einer zukünftig zu erwartenden Elterngeldzahlung. Da sollte derjenige, der in Elternzeit gehen, so schnell wie möglich in Steuerklasse 3 wechseln, um mehr Elterngeld zu bekommen.
Ich hoffe, es hat euch gefallen und ich konnte Euch etwas schlauer machen. Falls Ihr fragen habt, könnt Ihr diese gern stellen. Ich freue mich aufs nächste Mal. bis bald. Euer Micha.

VLOG #06 Die Kleinunternehmerregelung

Die Kleinunternehmerregelung

Heute habe ich für Euch ein immer wieder spannendes Thema, was immer wieder Fragen aufwirft, und zwar die sogenannte Kleinunternehmerregelung. Was ist überhaupt die Kleinunternehmerregelung, wer ist Kleinunternehmer und was hat diese Regelung für Vorteile? Ich möchte Euch das heute ganz grob mal darstellen. Gerade für Existenzgründer ist diese Regelung extrem wichtig, weil Sie nämlich das erste Mal im „Fragebogen zur steuerlichen Erfassung“ auftaucht und die Leute, die sich damit nicht auskennen, einfach da irgendwo ein Kreuz machen…kann ja nix passieren…doch das ganze Gegenteil ist der Fall. Die KU-Regelung betrifft nämlich ausschließlich die Umsatzsteuer. Diese Regelung ist im § 19 USTG aufgeführt und ist eigentlich eine relativ einfache Regelung, aber sehr kompliziert geschrieben. In diesem Paragraphen gibt es 2 Zahlen. Ein mal 17.500 € und ein mal 50.000 €. Die 50.000 € lasst Ihr bitte weg, das verkompliziert die Sache unnötig, denn das ist nur eine Schätz-Zahl. Für heute betrachten wir nur die 17.500 €, denn das ist die entscheidende Zahl.
Der KU wird automatisch wie ein Nichtunternehmer gesehen, wenn seine Umsätze im Vorjahr 17.500 € nicht überschritten haben.

 

Beispiele:
Der Steuerpflichtige X hat im Vorjahr 15.000€ Umsatz generiert, d.h. er ist auch in diesem Jahr Kleinunternehmer. Steuerpflichtiger Y hat im Vorjahr 20.000€ Umsatz generiert, d.h. er ist ab diesem Jahr umsatzsteuerpflichtig und muss in seinen Rechnungen Umsatzsteuer ausweisen.
Existenzgründer Z hat ja noch keine Umsätze im Vorjahr gehabt, also ist er dieses Jahr Kleinunternehmer. D.h. wenn ihr neu gründet, könnt Ihr immer die KU-Regelung anwenden.

 

Doch was ist nun der Vorteil:
Ihr müsst keine Umsatzsteuer in euren Rechnungen ausweisen und somit keine Umsatzsteuervoranmeldungen abgeben. Durch diese lediglich Netto-Rechnung könnt Ihr Eure Produkte günstiger am Markt anbieten

 

Doch was ist der große Nachteil:
Ihr habt keinen Vorsteuerabzug auf Käufe oder Dienstleistungen für euer Unternehmen. Und das kann grade bei Existenzgründern, die manchmal hohe Anschaffungskosten für Ihren Betrieb haben, ein großer Nachteil sein. Und genau deshalb gibt es im § 19 abs. 2 USTG die Option zur „normalen Umsatzbesteuerung“, auch wenn Ihr weniger als 17.500 € Umsatz habt oder Existenzgründer seid, damit Ihr die Vorsteuer ziehen könnt. Da ist keine bestimmte Form vorgeschrieben, Ihr weist einfach zu Beginn des aktuellen oder nächsten eure Rechnungen einfach mit Umsatzsteuer aus. Hier müsste Ihr aber wissen, dass bei dieser freiwilligen umsatzsteuerzahlung Ihr nun 5 Jahre an diese Form der Umsatzsteuer gebunden seid, egal wie hoch Eure Umsätze in Zukunft sind. Also einfach mal beliebig hin-und herwechseln ist nicht möglich. Man kann hier noch viel mehr in die Tiefe gehen, da es hier noch einige Ausnahmen gibt, aber das würde den heutigen Rahmen sprengen. Diese Dinge beantworte ich Euch wie immer sehr gern in einem persönlichen Gespräch.
Ich hoffe, Ihr habt wieder was gelernt. Ich freue mich aufs nächste Mal. Machts gut, Euer Micha.

VLOG #05 Die Denkmal-Immobilie

Denkmalabschreibung

 

Herzlich willkommen zu einem weiteren Video meines Blogs „Steuerliche Themen leicht und verständlich erklärt. Heute habe ein Thema ausgesucht, wo es wirklich mal richtig Potential zum Steuern sparen gibt. Und zwar ist das die so genannte Denkmalimmobilie. Das hört man ja immer ab und zu mal so nebenbei, dass ein Kauf einer solchen Immobilie wohl steuerliche Vorteile bringen kann. Bestes neues Beispiel sind ja die ehemaligen KdF-Bauten in Prora, die jetzt zu Ferienwohnungen umgebaut werden mit wunderschönen Blick auf die Ostsee. Und das geschieht im Rahmen einer Denkmalsanierung. Wie funktioniert die Denkmalabschreibung ?Das Einkommensteuergesetz gewährt demjenigen, der eine denkmalgeschützte Immobilie als Kapitalanlage oder zur Eigennutzung erwirbt, hohe steuerliche Vorteile.Gesetzliche Grundlagen der Denkmalabschreibung §§ 7 i und 10f EStG Beginnen möchte ich mit § 7i, der kommt zum Tragen, wenn die Immobilie nach Fertigstellung vermietet wird. Was sind nun die steuerlichen Vorteile? Normale Immobilie jährliche Afa 2% vom Kaufpreis, Denkmal bis zu 9% jährlich 8 Jahre lang und danach noch mal 4 Jahre 7%.  Wie wird die Denkmalabschreibung berechnet?vereinfachtes Beispiel: Herr Meier erwirbt eine zu sanierende Denkmalimmobilie. Die Sanierungsaufwendungen betragen hier laut Kaufvertrag 550.000 €. Somit haben wir hier im Jahr der Fertigstellung des Gebäudes eine Jahresafa von 50.000 € für die Sanierung. Das sind 50.000 € steuerlicher Verlust und wenn man von einem Steuersatz bei Gutverdienern von 40% ausgeht, heißt das ich bekommen vom FA 20.000 € pro Jahr alleine für die Abschreibung zurück. In 12 Jahren denkmal-Afa sind das ca. 220.000€, d.h. fast die Hälfte vom Kaufpreis bekommt man innerhalb von 12 Jahren vom FA erstattet. Das ist doch Wahnsinn. Wichtig: Man benötigt hier eine Denkmalbescheinigung über die Höhe der Sanierungsaufwendungen und dass das Gebäude als Baudenkmal erhalten oder sinnvoll genutzt wird. Das ist aber oft ein Problem, da dies manchmal aufgrund der Schnelligkeit unserer Behörden bis zu 3 Jahre dauert…das Finanzamt akzeptiert jetzt aber auch eine vorläufige Bescheinigung und die gibt es schneller. Und jetzt noch was tolles zum Schluss: Normalerweise kann man ja solche Verluste nur geltend machen, wenn man die Immobilie vermietet. Aber beim Denkmal ist das nicht so, dieses kann man auch selbst nutzen und die steuerlichen Vorteile generieren. Das sagt nämlich der § 10f EStg. Und sogar die Abschreibungssätze sind die gleichen wie bei einer Vermietung. Also das lohnt sich schon. Als Abschluss muss man natürlich sagen, dass die Denkmalimmobilien unheimlich beliebt sind und ebenso wie normale Immobilien erstmal ein Vermögen kosten. Also man braucht wie immer viel geld um viel Steuern zu sparen. Ich hoffe ich konnte Euch in das Thema nen kleinen Einblick geben, ich wünsche Euch eine schöne Zeit. Machts gut, bis zum nächsten Mal, ich freue mich auf Euch, Eurer Micha

VLOG #04 Erklärung der 50+1 Regel im Fußball

50 + 1 Regel

Herzlich willkommen zu einem weiteren Video meines Blogs „Steuerliche Themen leicht und verständlich erklärt. Heute habe ein Thema ausgesucht, was generell weniger mit Steuern zu tun hat, dafür mehr mit Finanzen allgemein und vor allem auch den einen oder anderen von Euch interessieren könnte, da viele von euch sicher Fußballfan sind. Und zwar geht es mir heute um die sog. Ausgliederung der Profiabteilung aus dem Verein und die 50+1 Regelung. Da geht es mir nicht um steuerliche Aspekte, sondern darum, diese Sache mal ganz einfach und grob zu erklären, weil sicherlich einige von Euch diese ganz Materie noch nicht so richtig verstanden haben. Die Teams in Deutschland gehörten früher zu ganz normalen Sportvereinen, wie es sie in Deutschland zu Tausenden gibt. Das Sagen in diesen Vereinen hatten die jeweiligen Mitglieder, die den Vorstand bestimmten und somit unmittelbaren Einfluss auf die Geschicke des Vereins besaßen. Erst in den späten 90er Jahren änderte der DFB auf Drängen mehrerer Vereinsbosse seine Statuten. Seither ist es möglich, die Fußballmannschaften der deutschen Profiligen in Wirtschaftsunternehmen umzuwandeln durch die Ausgliederung der Profimannschaften in eine Kapitalgesellschaft. Warum gliedern Vereine überhaupt ihre Profi-Abteilungen aus? Da geht es um die Gemeinnützigkeit. Jeder Sportverein ist gemeinnützig (da er den Leuten anbietet sich da sportlich zu betätigen). Und diese Gemeinnützigkeit hat den Vorteil, dass kaum Steuern gezahlt werden müssen. Aber Profivereine sind normalerweise schon lange nicht mehr gemeinnützig. Und nun haben viele Angst, dass sich irgendwann mal ein Politiker traut, diese Gemeinnützigkeit für Profivereine aufzuheben und dadurch natürlich zukünftig hohe Steuern gezahlt werden müssen. Und dem will man vorbeugen. Auch, um das wirtschaftliche Risiko für den Verein zu verringern. Eine ausgegliederte Profi-Abteilung kann Pleite gehen, ohne den Verein in seiner Existenz zu bedrohen. Deshalb streben die Vereine nach neuen Finanzierungsmöglichkeiten am Kapitalmarkt und haben ein gesteigertes Interesse, sich für Investoren zu öffnen. Warum machen das nicht alle? Verein fürchtet sich vor windigen Investoren, die ihr Geld nur kurzfristig in den Verein pumpen, dann die Lust verlieren, den Rückzug antreten und den Verein mit den gestiegenen Verbindlichkeiten im Stich zu lassen. (siehe 1860 München). Auch wollen sie ihre Tradition nicht verlieren. Und deshalb gibt es aber als Abmilderung solcher Investoren die 50+1 Regelung Damit reiche Privatleute oder Großkonzerne nicht reihenweise hingehen und Bundesligateams aufkaufen, haben DFL und DFB einen Riegel vorgeschoben. Die Mehrheit der Stimmrechte an der ausgegliederten Kapitalgesellschaft muss demnach nach wie vor der Sportverein besitzen. Oder in Aktien ausgedrückt: Dem Verein gehören immer noch 50% der Anteile plus eine Aktie. Daher der Name der sogenannten „50+1"-Regel. Nur in strengen und restriktiv zu handhabenden Fällen sieht die DFB-Satzung einen Ausnahmetatbestand zum Grundsatz der Herrschaft des Vereins vor und zwar, wenn ein Unternehmen oder eine Person den Verein seit mehr als 20 Jahren ununterbrochen und erheblich gefördert hat. (Bayer, Leverkusen, VWL Wolfsburg, TSG Hoffenheim) Interessantes Beispiel RB Leipzig: Da gibt es auch die ausgegliederte RasenBallsport Leipzig GmbH. Aktuell wird das Stammkapital zu 99 Prozent von der Red Bull GmbH und zu einem Prozent vom Verein gehalten. Um die 50+1-Regel zu wahren, muss der Verein aber die Stimmenmehrheit besitzen. Im Verein ist das Problem, dass nur 17 Red-bull-Nahe Mitglieder Stimmrecht haben und andere 300Mitglieder keine Stimme. Somit umgeht man hier ganz klar die 50+1 Regel, aber es wird nix dagegen unternommen. In naher Zukunft wird diese Regel sowieso aufgehoben, da deutsche Vereine international benachteiligt sind. Ich hoffe, das Thema hat Euch ein bisschen gefallen und Ihr habt das Dilemma ein bisschen verstanden. Schön, dass ihr wieder dabei wart. Ich freu mich aufs nächste Video. Bis dahin. Euer Micha

VLOG #03 Dienstleistungen im Privathaushalt

Herzlich willkommen zu einem weiteren Video meines Blogs „Steuerliche Themen leicht und verständlich erklärt. Heute habe ein Thema ausgesucht, was alle in ihrer Steuererklärungen etwas angeht, da dies u.U. eine deutliche Steuerreduzierung zur Folge haben kann, und zwar die Absetzbarkeit von Handwerkerleistungen und Dienstleistungen im Privathaushalt. Jeder hat das schon mal gehabt, dass im Privathauhalt mal der Handwerker ran muss oder dass die hohe Nebenkostenabrechnung in Haus flattert und man ärgert sich dann über die teilweise hohen Kosten. Viele wissen aber nicht, dass man für diese kosten teilweise 20% vom Finanzamt zurückbekommen kann. Das wurde eine Regelung vom Gesetzgeber eingeführt, um eben die Schwarzarbeit zu bekämpfen. Diese Voraussetzungen für die Absetzbarkeit solcher Leistungen möchte ich Euch mal wirklich grob und verständlich wiedergeben. Folgendes Szenario: Der Handwerker tauscht in der privaten Wohnung ein Waschbecken aus und stellt darüber eine Rechnung. 100 Euro für das Waschbecken, 100 € für die Arbeitsleistung. 1. Leistung Im Haushalt des Steuerpflichtigen Das bedeutet, die Leistung muss in der privaten Wohnung oder Haus erbracht werden. Außerhalb des Haushalts liegende Leistungen werden nicht begünstigt. Hierbei zählt jedoch z.B. der Garten als Teil des Haushalts. Weiter Außenanlagen ebenfalls zum Haushalt des Steuerpflichtigen. Voraussetzung passt 2. Es müssen Lohnbestandteile sein. Also keine Materialkosten. Nur die reinen Arbeitskosten. In unserem Beispiel ist nur die reine Arbeitsleistung , also der Stundenlohn des Monteurs absetzbar, nicht die Kosten für das Waschbecken. Die Handwerker wissen das aber und weisen dies meist in der Rechnung getrennt aus. So sind z.b. die Kosten für eine Putzfrau voll absetzbar, da es sich hierbei um reine Arbeitsleistungen handelt. Genauso ist es in der Nebenkostenabrechnungen. Hier können bsp keine Kosten für Versicherung oder Haustrom geltend gemacht werden, aber dafür für die ausgewiesenen Hausmeisterlkosten. 3. Es muss eine Überweisung vorgenommen werden, Barzahlung zählt nicht. Also bekommt man im Rahmen der Steuererklärung 20% von 100€, d.h. 20€ vom FA wieder. Zum Schluss habe ich nämlich noch ein kleines Schmankerl für Euch. Stellt Euch vor, ihr habt einen Hund und lasst den während Eurer Arbeitszeit von einem Betreuungsservice in der eigenen Wohnung oder Haus beaufsichtigen und pflegen. Das ist unstrittig im Haushalt. Jetzt möchte der Hund aber überwiegend ja auch längere Zeiten spazieren gehen und diese Strecke gehört eben nicht mehr zur Wohnung oder Haus. Was machen wir denn jetzt? Wenn der Hund überwiegend nur ausgeführt wird, dann ist diese Dienstleistung nicht im Haushalt des Steuerpflichtigen erbracht und somit nicht absetzbar. Genauso verhält es sich mit dem Tierarzt. Kommt der Tierarzt nach Hause = absetzbar, geht man hin = nicht absetzbar. Hier seht ihr, dass es auch bei diesem Thema wieder viel Diskussionsstoff gibt und es ratsam ist, die Hilfe eines Steuerberaters in Anspruch zu nehmen . Da könnt Ihr wie immer mich persönlich dazu ansprechen. Ich hoffe ich konnte Euch in das Thema nen kleinen Einblick geben, ich wünsche Euch eine schöne Zeit. Machts gut, bis zum nächsten Mal, ich freue mich auf Euch, Eurer Micha

VLOG #02 Das häusliche Arbeitszimmer

Herzlich willkommen zu einem weiteren Video meines Blogs „Steuerliche Themen leicht und verständlich erklärt. Heute habe ich Euch wieder ein tolles Thema ausgesucht, was uns die vergangenen Jahre und die folgenden Jahre immer wieder beschäftigen wird, und zwar das häusliche Arbeitszimmer. Folgend möchte ich Euch die aktuelle gesetzliche Regelung wieder mit ein paar kleinen Beispielen verständlich rüberbringen. Und zwar heute mal aus der Sicht eines Angestellten. Folgendes Szenario: Ein angestellter EDV-Leiter hat seinen Arbeitsplatz und Büro in einer mittelgroßen Firma. Zusätzlich hat er in seiner größeren Mietwohnung im Dachgeschoss sich ein Arbeitszimmer eingerichtet, in welchem er am Wochenende seine Bereitschaftsdienste ausführt (im Notfall sich auf den Server im Betrieb schalten etc.) und Nacharbeiten ausführt. Raum wird nur beruflich genutzt. In diesem Raum stehen EDV-Zubehör, Schreibtisch, Bürostuhl. Natürlich hat er für diesen Raum auch anteilige Kosten für die Miete, Heizung und Strom. Der EDV-Leiter möchte natürlich alle Kosten komplett als Werbungskosten geltend machen, da er ja das Zimmer und die Einrichtung ausschließlich beruflich nutzt. Das sollte doch auch logisch sein. Aber Stopp, das deutsche Steuerrecht ist teilweise gar nicht so logisch, auch nicht in diesem Fall. - Man muss das grundsätzlich erstmal ein bisschen trennen. EDV, Tisch, Stuhl komplett abziehbar, da Arbeitsmittel - Anteilige Aufwendungen für das Zimmer selbst grundsätzlich überhaupt nicht abzugsfähig - Zwei Ausnahmen § 4 Abs. 5 Nr. 6b ESTG: 1. Ausnahme: - abzugsfähig sind die Kosten für das Arbeitszimmer, wenn Ihr häusliches Arbeitszimmer den Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit bildet (z.B. Homeoffice), unbeschränkt abziehbar Keine chance für unseren EDV-Leiter - 2. Ausnahme - wenn Ihr häusliches Arbeitszimmer nicht den Mittelpunkt Ihrer beruflichen Tätigkeit bildet, aber Ihnen in Ihrer Firma kein anderer Arbeitsplatz (als dieser daheim) zur Verfügung steht (z.B. Lehrer haben immer keinen anderen Arbeitsplatz) Bis zu 1.250 € im Jahr sind abzugsfähig Wieder keine Chance für unseren EDV-Leiter Jetzt kommt aber ein diesem Fall eine weitere Mini-Ausnahme, die jetzt auch von der OFD Niedersachsen bestätigt wurde. Und zwar ist das genau der Fall unseres EDV-Leiters. Diesem steht an den Wochenendenden der Bereitschaftsdienste eben kein anderer Arbeitsplatz außer der in der eigenen wohnung zur Verfügung, da dies außerhalb seiner regelmäßigen Arbeitszeiten ist. Was ist die Schlussfolgerung? Die aufwendungen für anteilige Miete, Strom, Heizung sind bis zu 1.250 € p.a. abziehbar. Eine Kürzung findet nicht statt, auch wenn er das Zimmer zeitweise nicht nutzt Hier sieht man wieder, wie wichtig es ist, auch kleine Ausnahmen und Regelungen des deutschen Steuerrechts zu kennen um das bestmögliche für sich rauszuholen. Als Abschluss möchte ich Euch noch was wichtiges sagen, dass das Arbeitszimmer natürlich AUSCHLIEßLICH für die berufliche tätigkeit verwendet werden muss. Wenn da natürlich noch Couch und fernseher drinstehen, dann ist das nicht mehr ausschlißelich. Und was heißt das? Überhaupt kein Abzug der aufwendungen. Alles verloren dadurch. Natürlich gibt es auch hier wichtige Hinweise und Kniffe, die man da als Steuerberater geben kann. Und Ihr wisste, ja Ihr könnt mir jederzeit Eure Fragen stellen, per Telefon, Mail, Whattsap usw. Ich hoffe ich konnte Euch in das Thema nen kleinen Einblick geben, ich wünsche Euch eine schöne Zeit. Machts gut, bis zum nächsten Mal, ich freue mich auf Euch, Eurer Micha

VLOG #01 Privatnutzung eines Firmenwagens

Heute möchte ich Euch ein immer aktuelles Thema erklären und zwar die Privatnutzung eines betriebliches KFZ aus der Sicht des Unternehmers: Folgendes Szenario: Ein Unternehmer hat ein KFZ im BV setzt sämtliche Kosten -AFA, Benzin, Reparaturen, Steuern, Versicherung- betrieblich ab. Alles gut und schön. Nun vermutet aber das FA, dass der Unternehmer dieses auch privat für Urlausfahrten, Einkaufen, und Freizeit nutzt und somit nicht alle Kosten absetzen darf. Nun gibt es hier 2 Möglichkeiten. Entweder man schreibt ein Fahrtenbuch oder nutzt die Pauschale 1%-Regelung. Beginnen möchte ich mit der 1%-Regelung: Voraussetzung ist, dass der PKW mehr als 50% für Betrieb genutzt wird. Diese ist für den Unternehmer wenig aufwendig, aber u.U. steuerlich sehr teuer: Beispiel: KFZ 50.000€ Privatnutzung 20% geschätzt, Unternehmer hat 10.000 € als laufende Kosten betrieblich geltend gemacht. 1% vom Bruttolistenneupreis im Monat = 500€ *12 = 6000€ als fiktive BE * 30% steuern = 1.800€ reine Steuernachzahlung für den PKW, egal, wie hoch die tatsächliche Privatnutzung ist Nun das Fahrtenbuch im Vergleich: Voraussetzung ist, dass der PKW lediglich mehr als 10% für das Unternehmen genutzt wird Aufwendig für Unternehmer, aber steuerlich u.U. wesentlich günstiger Auch hier KFZ 50.000€ Privatnutzung 20% geschätzt, Unternehmer hat 10.000 € als laufende Kosten betrieblich geltend gemacht. 10.000€ * 20% = 2000€ als fiktive BE = 600€ reine Steuernachzahlung Differenz 1.200€ rein in Geld. Ordentlich ABER: das Fahrtenbuch muss ordnungsgemäß geführt werden, also mal schnell ein bisschen lax Fahrtenbuch führen und Steuern sparen ist das beißt sich. Was ist nun besser? Für die meisten Unternehmer ist tendenziell das Fahrtenbuch die bessere, aber wesentlich aufwendigere Alternative. Das muss individuell geklärt werden.